Fotografie - Instagram für Fotografen?


In unserer Zeit, wo Informationen oft Realtime und eher in Bild- als Textform geteilt werden, ist Instagram zu einer der wichtigsten visuellen Plattformen geworden. Aber wie gut ist es für Fotografen? Die Fotografen Alex Armitage und Mads Peter Iversen haben mir als Privatperson wie auch für unser Fotohaus Denkanstösse zu einer realistischen Erwartung an Insta gegeben.


Als wichtigste Erkenntnis muss klar sein, Instagram ist aufgebaut, dass es seine Mitglieder für sich arbeiten lässt (Content erstellen, wie man's netter ausdrückt) und mit deren Nutzereigenschaften (was sehe ich mir an & wer bin ich) seine Werbeeinnahmen maximiert. Instagram hat keinen Sinn für Kunst, sondern schaut wie andere Social Plattformen einzig auf interaktionsstarke Beiträge und ist ein Business Tool.


Viele Fotografen sind enttäuscht, dass ihre mit hoher Fertigkeit gemachten Bilder weniger Zuspruch erhalten, als Handyshots aufgepeppt mit einfachen Filtern. Ist das ein Problem? Nein, denn als Fotograf gilt es seit jeher mit den Bildern Wirkung zu erzielen. Auf dem Insta Auszug im Bild oben ist das Bild der Arbeitsbiene technisch sehr anspruchsvoll und zeigt einen Moment, wie wir ihn von blossem Auge nicht sehen können. Das Bild vom Nebelmeer hingegen ist ein simpler Schnappschuss von der Rigi aus. Er wurde nachträglich mit einer App in 2min animiert, damit das Nebelmeer wie ein Fluss durchs Tal zieht. Das Nebelmeer ist vielmehr Insta-like, weil es durch den Effekt unterhaltsam ist. Es hat 4mal mehr Views erhalten...


Wer auf Insta nur auf Abonnenten, Views & Likes aus ist, konzentriert sich besser auf Handy, Apps und Filter und folgt den aktuellen Styles. Der Content ist schneller erstellt und "gut genug" für die Ansichtgrösse auf Handys. Dazu ist er übermorgen auch fast wieder vergessen. Der Fokus ist mehr auf technologische als auf fotografische Entwicklung. Durch die eingeschränkten fotografischen Möglichkeiten schleicht sich auch eine gewisse Oberflächlichkeit ins Portfolio.


Wie halte ich es? Privat spielt Instagram keine Rolle. Ich zeige ausgewählte Bilder lieber qualitativ-hochwertig gerahmt als Grossprints und wechsle sie regelmässig dem Thema der Zeit entsprechend. So kann das Bild wirken. Fürs Fotohaus hat Instagram einen anderen Stellenwert. Es ist eine Visitenkarte unserer Philosophie, die Fotografie persönlich zu leben und die Faszination zu teilen. Wir müssen nicht fremden Regeln folgen und um jeden Preis die Abonnentenzahl zu steigern. Wir können uns selbst treu bleiben und Interessierte mit in unsere Welt nehmen.


Was sind deine Erfahrungen als Fotograf mit Instagram?

Welche Social Tools gefallen dir besser als Insta, um dich als Fotograf entwickeln zu können?


Deine Gedanken würden mich interessieren. Schreib einfach unten deinen Kommentar.


Originalbeitrag "Finding a Healthy Approach to Instagram"

https://www.youtube.com/watch?v=876PaUf8t1w&t=7s

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